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 Viel mehr Wald für die Welt:
Aufforsten statt abholzen!
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 Kommentar

Die Dringlichkeit, gegen den bedrohlichen Klimawandel radikal vorzugehen, wird Jahr für Jahr größer. CO2-Emissionen vermindern, reicht längst nicht mehr.

Im Gegenteil, wir müssen mit allen realisierbaren Ansätzen der Atmosphäre sogar mehr CO2 entziehen, als neu verursachen. Eine zentrale Rolle hierbei spielen die Wälder - weltweit!

Nachhaltige Forstwirtschaft, die zugleich auf vielseitige Mischwälder setzt, steckt im weltweiten Maßstab noch in den Kinderschuhen. Hier bei uns im Schwarzwald kann ich ruhigen Gewissens vom Waldbesitzer aus der Nachbarschaft mein Brennholz für unser Haus beziehen - für die Herbst-/Winterzeit, wenn die Solarthermieanlage nicht genug leistet.

Aber diese Logik gilt nur dort, wo ortsnahes Holz nur von halbwegs ausgewachsenen Bäumern stammt, die sofort durch Nachpflanzung ersetzt werden, damit der Waldbestand in Summe kontinuierlich ein Maximum an CO2 bindet. Wird dann noch der höherwertige Holzanteil, der zum Verbrennen ohnehin zu wertvoll ist, systematisch genutzt, u.a. für Gebäude und langlebige Möbel, bekommt jeder Wald die ersehnte positive CO2-Bilanz.

Für das bedrohte Klima zählt aber nur die weltweite Bilanz - und die ist quer durch zu viele Länder ein frustrierendes Desaster:

•  In Brasilien brennt der Regenwald, nur um Flächen für minderwertige Land- und Weidewirtschaft zu missbrauchen. Die weitere Urwaldvernichtung muss vollständig beendet werden, verlorene Wälder müssen durch jahrzehntelanges Engagement wieder auferstehen. Ähnliches gilt für asiatische Länder, deren Regenwald Palmölplantagen zum Opfer fällt.

•  Durch zunehmende Trockenheit brennen auch die Wälder Sibiriens und anderenorts wird dort mehr Holz geschlagen als wiederaufgeforstet. Die Klimabilanz ist vernichtend schlecht, wie nie zuvor.
   
    
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 •  Auch in Nordamerika läuft zu viel schief: Zwar gibt es partiell auf Nachhaltigkeit zertifizierte Waldnutzung, aber es gibt auch Waldbesitzer die für kurzfristige Einnahmen radikale Kahlschläge machen, mehr Holz entnehmen als nachwächst. Millionen Tonnen Pellets aus solchen Kahlschlägern werden sogar nach Großbritannien verschifft und ersetzen dort in umgebauten Großkraftwerken Kohle. CO2-Einsparung: Null!

•  In der EU sollte man annehmen, dass es halbwegs klappt mit der nachhaltigen Waldnutzung. Aber zumindest in einigen Staaten Osteuropas stehen partiell zertifizierte Teilflächen neben viel größeren, die teils legal, teils illegal abgeholzt werden, ohne gleichwertiges Nachwachsen.

•  Und in vielen Ländern der Welt, auch z. B. rund um das Mittelmehr, wird nur deshalb nicht viel abgeholzt, weil aus früheren Perioden - teils schon seit der Römerzeit - schlichtweg kaum etwas übrig geblieben ist. In solchen Ländern gibt es quer über die Welt ein gigantisches Potenzial für Aufforstung, was neben dem Weltklima auch dem jeweiligen Regionalklima nutzt und Wasser speichert, wovon sonst der Meesesspiegel steigen würde.

In trockenen Regionen kann man natürlich nicht so einfach aufforsten, wie bei uns, jede Pflanzung wäre schnell durch Vertrocknen vernichtet. Aber wir haben die Technik, Wasser effizient in die benötigten Gebiete zu pumpen und durch Entsalzung sogar Meerwasser zu nutzen - angetrieben mit regenerativer Energie von Wind und Sonne. Wie man durch gezielte Tröpfchen-Bewässerung jeden Liter Wasser bestmöglich nutzt, macht die Landwirtschaft in Israel ja seit Jahrzehnten vor. Mit Ehrgeiz kann man selbst die Wüste zum Wald machen - langfristig.

Ein Gelingen zur Stabilisierung des Weltklimas ist aber nur möglich, wenn nahezu alle Länder auf der Welt vollumfassend mitmachen und jedes Land mit einem Aufforstungs-Masterplan sein Maximum an CO2 bindet.

Mit dem zeitgleichen Ausstieg aus fossiler Energie erzielen wir dann den nötigen positiven Saldo.

Begonnen werden muss mit maximalem Tempo, denn erst nach einigen Jahren bilden neuangepflanzte Wälder wesentliche Holzmengen. Zeit die wir schon längts nicht mehr übrig haben.

Rolf Albrecht
     
   
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