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 Strompreis: Anbieter-Spielchen
und geldgierige Grundversorger
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 Unter FiskusLeaks befassen wir uns zumeist kritisch mit Themen rund um Steuern und Abgaben. Hier aber auch mit dem Thema Strom, weil gerade faire Grundversorgung ähnlich wichtig ist, wie das Trinkwasser von der Gemeinde.

Probleme der hohen Steuern und Umlagen auf den Strompreis und die intransparenten, ungerechten Differenzen bei Netzentgelten klammern wir hier aus, um den Thementeil zu fokussieren, den man durch freie Wahl des Stromlieferanten eigentlich selbst in der Hand hat. Auf Erfahrungen Dritter brauche ich hier nicht mal zurückgreifen, weil die eigenen Erfahrungen im Familienumfeld absurd genug sind, um als schlechtes Beispiel herzuhalten:

Für Wohnhaus, Büro und E-Autos wollen wir eigentlich nur normale Stromkunden sein, dauerhaft zu fairem Preis Ökostrom einkaufen - und unsere Ruhe haben. Aber das gelingt in den letzten Jahren nur selten:

Der regional zuständige Grundversorger Energiedienst aus Rheinfelden ist seit Jahren außen vor. Der Normaltarif, den viele Stromkunden unreflektiert beziehen, ist völlig überteuert, ca. 20 % über dem Marktpreis für günstigen Ökostrom. Oder würden Sie Ihr Auto irgendwo für 1,80 € je Liter Benzin tanken, wenn es an anderen Tankstellen für 1,50 € zu haben ist?

Sucht man sich aber auf dem freien Markt einen Anbieter, muss man jedes Jahr neu schauen, ob man im nächsten Jahr nicht mit einem überteuertem Folgetarif abkassiert wird. Im Ergebnis mussten wir im letzten Jahrzehnt so mehrmals den Stromlieferanten wechseln.

Im Herbst 2017 viel für das Lieferjahr 2018 die Wahl auf einen Anbieter, dessen Tarif sich nur durch einen hohen Bonus gerechnet hat. So weit so gut. Unsere Nachfrage im Herbst 2018 für eine Verlängerung war erwartungsgemäß negativ. Wie vorausgeahnt, diente der Bonus nur als Lockmittel, um nicht kündigende Kunden folgend überteuert zu beliefern. Also haben wir mit Wirkung zum Jahresende direkt gekündigt, bevor entschieden war, wer künftig liefert.

Wir haben uns kurz danach für einen neuen Lieferanten entschieden, den Neutarif dort abgeschlossen und mit Lieferbeginn 1.1.2019 nochmals bestätigt. Direkt am Jahreswechsel haben wir den Stromzähler abgelesen und den Zählerstand an unseren neuen Lieferanten übermittelt. Mit dem Vorlieferanten wurde abgerechnet und 2 Wochen später die Schlussrechnung bezahlt. Damit war nach normalem Vertragsverhalten alles vollständig erledigt.

Überforderte Verwaltungen der Stromanbieter

Da das absurde Spiel aus Lockangeboten und resultierenden Lieferantenwechseln bekanntermaßen zum Ende der Kalenderjahre eskaliert, sind alle Beteiligten dann wochenlang mit der Abarbeitung der Verträge von Alt- und Neukunden überfordert.

Deshalb hat es uns auch nicht gewundert, dass wir die Neuberechnung der Monatsabschläge erst 6 Wochen nach Lieferbeginn erhalten haben. Entgegenkommend haben wir dann sofort (14. Februar) die Abschläge für Januar, Februar und März auf einmal überwiesen. Nach eigenem Ermessen kann man nicht vorbildlicher als Kunde reagieren.

Gestaunt haben wir dann Mitte März über eine Stromrechnung des Grundversorgers, der darin behauptete seit Jahresbeginn unser Lieferant zu sein (?). Kurioserweise geht seither jedes Schriftstück des Grundversorgers nicht an unser Büro, oder meine Frau als Eigentümerin, sondern an einen unserer Söhne, der zwar am Vertragsabschluss mit dem vorletzten Lieferanten mitgewirkt hat, aber nie Leistungsempfänger war - und inzwischen hier nicht mal mehr wohnt.

Da selbst kuriose Fehler passieren können, haben wir schlicht auf die Nichtexistenz einer Lieferbeziehung hingewiesen und auf unseren Neuvertrag, der bereits seit Jahresbeginn realisiert und bezahlt ist. Statt einer Stornierung folgten völlig unreflektiert Mahnungen, bis wir sogar einer Betrugs-Strafanzeige angedroht haben. Passiert ist nichts und eine Klärung zwischen der Energiedienst AG und unserem Lieferanten wurde schlicht verweigert. Gefühlt sind bockige Kinder dagegen kleine Engel.
     
   
   
 Geldgier und mutwillige Lügen

Erst deutlich später haben wir indirekt erfahren, dass es zwischen den Beteiligten im Februar einen Informationsaustausch gegeben hatte: Unser Neulieferant hatte dem Netzbetreiber, einer mit der Energiedienst AG verbundenen aber formell getrennten Firma, zwecks interner Abrechnung der im Strompreis enthaltenen Netzentgelte, die dafür nötigen Daten übermittelt. Die Lieferübernahme wurde dort aber intern verweigert, weil angeblich die uns zugeordneten Daten nicht stimmen würden. Aber was kann da nicht stimmen? Es gibt bei uns nur ein ungeteiltes Grundstück mit Wohnhaus und Einliegerwohnung mit Büro. Es gibt auch nur einen Stromzähler, dessen Nummer den übermittelten Ablesedaten stets zugeordnet waren. Und daran hat sich seit über 12 Jahren nichts geändert.

Per 12. April wurde dann der Zählerstand genommen und zwischen den beiden Energieversorgern als Datum der Lieferübergabe festgelegt - ohne unsere Kenntnis und ohne unsere Zustimmung.

Der Grundversorger hat damit uns den überteuerten Strom vom 1.1. bis 12.4. als Art Gesamt- und Schlussrechnung in Rechnung gestellt. Da vom gewollten Vertragslieferanten aber keine Reaktion oder gar nötige Rückgutschrift gekommen ist, sind wir zwecks Vermeidung einer Doppelzahlung naturlich nicht auf diese willkürliche Fehlforderung eingegangen.

Nach Monaten des Stillstands haben wir dann selbst ausgerechnet, was der Strom beim gewollten Lieferanten zu dessen fairem Tarif kostet. Als dann von unserem Lieferanten bestätigt wurde, dass dieser Betrag bei Ihnen entfällt, haben wir exakt diesen Betrag aus der Umbuchung an den Grundversorger per Überweisung am 13.12. weitergeleitet.

Obwohl der Grundversorger Verursacher dieses ganzen Affentheaters ist, hat unser Vertragslieferant aufgrund der verzögerten Bearbeitung final die Kostendifferenz zum überteuerten Grundversorgertarif übernommen. Unsere Bitte, diesen Betrag direkt an den Grundversorger zu zahlen, wurde nicht vollzogen. Stattdessen haben wir hierzu am 29.1. eine "Erstattungszahlung" erhalten, die wir am Folgetag an den Grundversorger weitergeleitet haben.

Die Summe aus der bezahlten Umbuchung und der Erstattungszahlung deckt exakt die Hauptforderung des Grundversorgers. Die Hoffnung, der Fall sei damit endgültig beerdigt, ist aber immer noch nicht erfüllt:

Per Schreiben vom 27.2. haben wir erneut eine Folgemaßnahmen androhende Mahnung über sagenhafte 89,67 € erhalten - weil der offenbar immer noch im Dauerblindflug agierende Grundversorger naiv glaubt, es würde hier irgendeinen Trottel geben, der jetzt noch deren selbstverursachte Mahn- und Nebenkosten bezahlt.

Fazit (vorläufig):

Der mutwillig vom Grundversorger verursachte Unsinn füllt eine ganze Aktenmappe und zieht sich nun über ein Jahr hin. Da hierfür schon Stunden sinnloser Zeit vergeudet wurden, schließe ich den Vorgang mit diesem protokollartigen Kommentar ab, um andere Betroffene zu warnen, wie destruktiv man von einer Firma behandelt werden kann, die eine eigentlich halbhoheitliche Versorgungspflicht zum überteuertem Zwangssystem degradiert.

Rolf Albrecht
     
   
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