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 Pandemie-Wirtschaftskrise
braucht engagierte Helfer und
harte Strafen bei Missbrauch
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 Kommentar
(Veröffentlicht 18.3.20; zuletzt aktualisiert 6.3.21)

Mit der durch den Coronavirus im März 2020 binnen Wochen entstandenen Krisensituation mussten wir erst alle umzugehen lernen. Aber jenseits von Medizin und Sozialengagement für Alte/Kranke/Kinder müssen wir die Wirtschaft aufrechterhalten und Hilfe zielgerichtet statt per Gießkanne auf echt Bedürftige begrenzen.

Positive Ansätze zeigten sofort spontane Aktionen. Viessmann hatte z. B. das nicht mehr stornierbare Catering für die abgesagten Messestände an die Tafeln der Messestädte gespendet. Geschäfte hatten nicht haltbare Waren vor der Schließung verschenkt. Gleiches konnte mit unverkaufter Frischware gemacht werden, die ggf. liegenblieb weil faktenbefreite Hamsterkäufer statt vorhandenes Obst und Gemüse nur noch ihre Konserven-Berge fraßen.

Aber von Kleinigkeiten bis zur großen Politik wurden auch fatal falsche Signale gegeben. Wenn die Deutsche Bahn z. B. zum Schutz der Beschäftigten Fahrkartenkontrollen aussetzte, konnte man das ja so machen. Aber dieses breit zu veröffentlichen, war eine wochenlange bundesweite Einladung zum Schwarzfahren.

Da wir nicht wissen, ob die Krisenphase weiter kontrollierter abläuft, aber länger dauert, müssen wir unsere Arbeitswelt radikal neu denken.

Wenn viele Schüler, Studenten, Kurzarbeiter zeitweise flexibel verfügbar sind, müssen die nicht untätig bleiben, sondern können dort helfen, wo relevante Leistungspotentiale sonst vernichtet werden.

Gutes Beispiel ist hier der arbeitsintensive Obst- und Gemüseanbau. Hunderttausende werden hier jährlich für Pflanzungs- und Feldarbeiten benötigt. Quer durch die Erntesaison, vom Spargelstechen und Erdbeerpflücken bis zur Weinlese, wurden/werden viele Helfer(innen) gebraucht. Unsere "billigen" Arbeitskräfte aus Osteuropa konnten zeitweise nur begrenzt kommen. Für heimische Helfer gibt es hierzu auch 2021 weiterhin die extra Webseite unter www.daslandhilft.de.

Als Bauernsohn darf ich es aus eigener früherer Erfahrung sagen: Es macht zuerst keinen Spaß mit (besonders anfangs) schmerzendem Rücken bis zur Ermüdung auf dem Feld zu schwitzen. Aber wenn man zum Abend sieht, was man gepflanzt oder geerntet hat, ist das ein real gutes Gefühl, etwas sinnvolles als Teil des Teams geleistet zu haben.

Mein guter Rat deshalb hier für Schüler, Studenten, zwangsbeurlaubte Bürotätige und schönredende Motivations-Trainer: Fragt, wo Ihr (nicht nur für's Vorzeige-Selfie!) helfen könnt - und tut es mit Ausdauer. Dann werden wir aus eigener Kraft eine gute Ernte haben - und uns beim künftigen Griff zur Tomatendose bewusst sein, das selbst für die Soße zu den Spaghetti mal jemand auf dem Feld stand, um Tomaten zu pflücken.

Und wer keinen Bock auf Ackerbau hat, oder in einer agrarfreien Großstadt wohnt, findet dort sicher andere Aufgaben die ähnlich nützlich sind. Man sagt ja, "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" - und hier in meinen Worten - "wer einen Helfer hat, dem ist geholfen".

Egoisten in die Schranken weisen
     
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 Unsere Wirtschaft ist voll von durchtrainierten Egoisten, die radikal Ihren Vorteil maximieren wollen, auch wenn andere dadurch massive Nachteile erleiden. Und damit stand der Ankündigung des Staates, Firmen und Selbständige durchgängig zu retten, ein Heer von Schreihälsen gegenüber, die sofort rufen "Ich, Ich, Ich". Und was für den Kleinbetrieb der findige Steuerberater ist, ist im Großbetrieb mindestens eine ganze Abteilung von Gewinnmaximierern - bis an die Grenzen der Legalität (z. B. Steuervermeidung) und nicht selten darüber hinaus (z. B. Cum-Ex, unterlaufene Mindestlöhne).

Im Sinne der sozialen Marktwirtschaft müssen wir gerade jetzt in der Krise dieses Verhalten radikal unterbinden - auch unter Strafandrohung. Dass wir nicht über Einzelfälle reden, zeigen inzwischen tausende von Ermittlungsverfahren die von geförderten Scheinfirmen bis zum Betrug beim Kurarbeitergeld reichen.

"Eigentum verpflichtet" bleibt dabei ein wichtigen Leitmotiv, denn wer Vermögen, Grundbesitz usw. hat, der braucht primär erst mal keine Hilfe.
     
   
   
 Bei Selbständigen und Kleinbetrieben ist das schnell zu überschauen. Aber bei GmbHs, die oft nur ein marginales Eigenkapital haben, muss man auf die Eigentümer schauen, ob die nicht "ihre" GmbH am laufen halten können. Wollen sie es nicht, übernimmt schlicht der Staat die rechnerisch "wertlose" Firma und kann sie nach der Krise dann verkaufen oder behalten.

Beantragen Firmen Kredithilfen, müssen sie diese mit künftigen Erträgen tilgen. Und bis zum Ende der Tilgung sind Gewinnausschüttungen, Boni und Kapitalentnahmen tabu. Auch Manager und andere Top-Verdiener können auf ein Basisgehalt beschränkt bezahlt werden.

Gerade viele Konzerne haben in den letzten Jahren Milliardengewinne gemacht. Wenn die jetzt zuerst nach Hilfe schreien, ist das mehr als peinlich. Nur wer den Betrieb nicht aus eigener Kraft aufrechterhalten kann, sollte überhaupt um Hilfe bitten.

Und die Firmen, die bisher Ihre Schäfchen in Steuerparadiesen ins trockene gebracht haben, rufen bitte erst nach Hilfe, wenn die Schäfchen per Rück-Transfer bei uns zur Schur heimgekehrt sind.

Auch die immer noch im Abgas-Skandal hängende Autoindustrie gab wieder schlechtes Beispiel, wollte erneut Autokaufprämien, aber zugleich für das Erfolgsjahr 2019 Gewinne und Boni ausschütten. Hier haben die Manager offenbar den Bezug zur Realität verloren. Dieses Lobbyspiel hätte sofort beendet werden müssen - und nicht bis in den Sommer vertagt. Oder kaufen Sie ein Auto, wenn es ggf. in ein paar Wochen eine Prämie geben könnte? So geht der Schuss nach hinten los.

Auch muss es mit harten Strafen sanktioniert werden, wenn Vermögen abgezogen, versteckt oder durch Scheingeschäfte verschoben wird. Ich wette jedenfalls darauf, das bereits Tausende von Finanzjongleuren und "Beratern" seit Pandemie-Beginn daran tüfteln, wie man sich an der Krise maximal bereichern kann. Dem gilt es entgegenzutreten, mit Ächtung und leider auch mit dem Strafrecht.

Schließlich muss auch ein reicher Staat wie Deutschland seine Nothilfe auf den Kernbedarf reduzieren - sonst wird eine längere Krise unbezahlbar.

Rolf Albrecht
     
   
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