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 Effizientes Impfen ist eine
klar zu definierende Aufgabe
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 Kommentar

Seit Ende 2020 die Impfungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie starteten, gibt es täglich ein vielstimmiges Gezeter um Prioritäten, Chancen, Grenzen, und reale oder nur behauptete Fehler. Da wieder Wahlkampfjahr ist, gilt es auf die Fakten zu schauen.

Forschung:
Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 forschen nicht nur die üblichen Akteure der weltweiten Pharmabranche mit Hochdruck an wirksamen Impfstoffen.

Elementar war und ist der neue Ansatz mit mRNA-Impfstoffen (engl.: messenger RNA), also Boten-RNA, die Dank genialer Ideen und massiver staatlicher Förderung nun die Speerspitze an der "Impffront" bilden. Der Mut der Beteiligten und die auch von der Politik gewonnene Wette auf diesen Lösungsweg haben sich gelohnt. Mit Biontech (Mainz) und Moderna (USA), künftig ggf. auch CureVac (Tübingen) liegt mRNA vorn.

Aber auch die Förderung anderer, eher klassischer Impfentwicklungen trägt Früchte und wird den nun möglichen Sieg gegen die Pandemie beschleunigen. Beide Wege staatlich massiv zu fördern, jeweils mit mehreren Industriepartnern, hat sich als richtige Strategie bestätigt.

Vorbestellungen für Produktions-Schnellstart:
Die EU hat, dass nicht alle Impfstoff-Kandidaten ans Ziel kommen erwartend, bei sechs Herstellern eine Übermenge an Impfdosen vorbestellt. Das war spekulativ, aber in der gebotenen Eile waren es korrekte Entscheidungen, wesentlich auch zur richtigen Zeit.

Wenn posthum selbst an den Regierungen beteiligte Politiker als Besserwisser schwadronierten, was man im Sommer 2020 alles hätte in noch größeren Mengen bestellen müssen, ist das billiges Wahlkampfgetöse. Warum haben diese Schlaumeier ihre Erkenntnis nicht früher gehabt und eingefordert? Weil keiner Hellseher war und sein konnte!

Achtenswert und ethisch ist auch die Einigkeit der EU gemeinsam zu bestellen und alle Länder fair und gleichwertig zu beliefern. Weltweit funktioniert das leider nicht, mit unerfreulichen Nebenwirkungen, die hier aber nicht im Mittelpunkt stehen.
     
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 Differenzierte Logistik:
Damit maximal schnell geimpft werden kann, muss die Logistik perfektioniert werden. Die Lagerfähigkeit ist dabei derzeit nur für wenige Wochen relevant, da es Menschenleben kosten würde, verfügbaren Impfstoff nicht schnellmöglich zu verimpfen.

Sauberer und sicherer Transport sind heutzutage kein Problem, abgesehen von sehr unterentwickelten und korrupten Ländern. Sabotage durch extreme Impfgegner dürfte nur in Einzelfällen vorkommen. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen wird man auf die Produktionsstätten und die zentralen Verteiler von Großmengen beschränken können.

Kritisch ist die Kühlung, da besonders die Impfstoffe von Biontech bei -70°C gelagert werden müssen und erst kurz vor der Impfung aufgetaut werden. Das spricht dafür, diesen Impfstoff bevorzugt in Kliniken und Impfzentren einzusetzen. Die letzten Tage vor der Verimpfung reichen aber normale Gefrierschränke mit haushaltsüblichen Frosttemperaturen um -20°C.

Beim Moderna-impfstoff sollen die in üblichen Kühlketten gebotenen -20°C komplett reichen. Damit können dann leichter die mobilen Impfteams und baldmöglichst alle Hausärzte agieren.

Der "klassische" Impfstoff von AstraZeneca kommt mit Kühlschranktemperaturen aus. Das ist, zumal dieser Impfstoff viel billiger ist, eine Option, das entwickelte Länder baldmöglichst ihre Bestelloptionen an Entwicklungsländer abtreten, die damit auch im ländlichen Raum sicherer umgehen können.
     
   
   
 Optimierter Impftakt vor Ort:

In jeder Stadt und in jedem Landkreis war sicherzustellen, dass alle Lieferungen binnen weniger Tage vollständig verimpft werden. Wer das verschleppte, sollte je nach Umfang und Dauer mit Bußgeldern und Strafrecht bedroht sein. Schließlich war jede unausgeführte Impfung eine vermeidbare, reale Gesundheits- und Lebensgefahr.

Auch das Zurückhalten halber Lieferungen für die nötigen späteren Zweitimpfungen bedeutete real vermeidbare Lebensgefahr. Die Produktionen laufen, die Zweitimpfungen können und dürfen variabel von 3-6 Wochen nach der Erstimpfung terminiert werden. Das musste bei den dann kommenden Lieferungen der Folgewochen eingeplant werden - aber nicht früher!

D die Lieferungen nur einmal wöchentlich ankamen, war akzeptabel, die Impfungen damit auf mehrere Wochentage zu verteilen, da sonst eine ordentliche Arbeitsplanung vor Ort kaum möglich war. Aber nach 6-7 Tagen musste alles verimpft sein, um maximal viele Menschen schnellstmögloch zu schützen.

Die statistische Kontrolle war regional und bundesweit leicht möglich: Wenn alles binnen einer Woche verimpft ist und umgehend über die Gesundheitsämter und Länder zum RKI gemeldet wurde, musste die Summe der Liefermengen nach 8 Tagen mit der Summe der vollzogenen Impfungen übereinstimmen.

Bis Mitte Juli waren Millionen gelieferte Impfdosen noch unverimpft, obwohl seit Januar wöchentlich große Folgelieferungen ankommen. Seither gibt es weniger Impfwillige als Nachlieferungen.

Schlusslichter beim Impfen waren Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Die beste Impfquote und keinen Impfrückstau hatte seit Wochen nur Bremen, gefolgt von NRW.

Von Januar bis Juli starben durch den Impfstau täglich Menschen, die schon geschützt sein konnten. Geschätzt haben wir allein hierdurch seither über tausend vermeidbare Todesfälle und hatten viele belegte Intensivbetten. Dank wachsender Impfquote gibt es aber seit Juni deutlich weniger neue Schwerkranke mit Todesrisiko.
     
   
   
 Rechtsansprüche geimpfter Personen:
Da Geimpfte auch als passive Träger des Corona-Virus keine vermeidbare Ansteckungsgefahr darstellen, kann es rechtlich für sie kaum noch Pandemieauflagen geben.

Die bisherige Diskussion über "Impfprivilegien" war völlig deplaziert. Freiheitsrechte, die einem aufgrund einer Gefahrenlage vorenthalten werden, sind kein Privileg. Kein Gericht darf eine normal legale Alltagsaktivität verbieten, wenn die Person Dank Impfung weder für sich noch für andere ein Risiko darstellt. Würde das Virus eine Sehstörung verursachen, würde niemand auf die Idee kommen, Geheilten bzw. Immunisierten das Autofahren zu verbieten.

Die grobe Rangfolge, wer zuerst und abgestuft später beim Impfen drankommt war transparent und sachlich begründet. Die Staffelung nach Alter war noch am einfachsten verständlich und nachprüfbar. Aber wir haben hunderte relevanter Erkrankungen, die sich zu zehntausenden Krankheitsbildern kombinieren. Schon das konnte jeder Arzt nur grob vorsortieren, aber nie perfekt in eine Reihenfolge bringen. Und neben Alter und Vorerkrankungen haben wir noch die komplexe Vielfalt aller Berufe, die wieder nach Virus-Gefährdung und Systemrelevanz quersortiert werden mussten.

Ohne irgendeiner sinnvollen Argumentation einzelner Betroffener widersprechen zu müssen, war zu akzeptieren, das es kein mathematisches Modell gibt, diese Millionen von Varianten zu einer objektiven Rangfolge zu verarbeiten. Darum war es auch kein Nachteil, wenn die Bundesländer und die Mediziner vor Ort die Vorgaben nicht exakt gleich interpretierten.
     
   
   
 Keine Rücksicht auf Impfgegner:
Pandemie-Leugner und Impfgegner spielen für dieses Thema nur in einem Punkt eine Rolle: Deren destruktive Haltung war in den letzten Monaten ein Vorteil für Impfwillige, die so schneller drankamen.

Da die impfwilligen weitgehend versorgt sind, gilt es die Impfskeptiker durch sinnvolle Aufklärung zu erreichen und angemessen zu überzeugen. Das sollte jetzt leichter fallen, da auch viel mehr Erfahrungen vorliegen, selbst zu selteneren Nebenwirkungen.

Wenn Mutationen des Virus uns nicht den Erfolg vermasseln - bekommen wir immer mehr der vollen Normalität zurück. Die verbleibenden Impfgegner leben auf eigenes Risiko, tragen aber dazu bei, dass neue Mutationen kaum zu verhindern sind.

Dabei ist auch zu hinterfragen, ob mutwillige Schutzverweigerung nicht auch den Verlust der vollen Krankenversicherungsleistungen bewirken sollte. Gerade Personen mit hohem Einkommen oder Vermögen ist dann ein hoher/voller Eigenanteil zuzumuten. Oder wir reden über einen kostendeckenden individuellen Beitragszuschlag für gesetzlich Versicherte.

Direkt spürbar werden für absichtlich Ungeimpfte die Testkosten. Diese nun selbst tragen zu müssen, ist keine Strafe sondern notwendige Selbstverantwortung.

Rolf Albrecht
     
   
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