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 Tödliches Nicht-Impfen:
1,6 Mio. Impfdosen sind mit
Absicht ungenutzt auf Lager
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Kommentar
Stand: 27. März 2021

Schon seit Beginn der Corona-Impfungen zum Jahreswechsel verfolgen wir die leider nur langsamen Fortschritte der Verimpfung. Dabei geht es aber nicht um das "hätte, hätte ..." ggf. falsch oder zu spät bestellter Impfdosen. Es geht um real mögliche Impfungen, die durch falsche Vorgaben, quer durch viele Bundesländer, unterlassen wurden und immer noch unterlassen werden.

Unsere Beweisführung, wie umfassend hier vorhandene Impfdosen mit vielfacher Todesfolge ungenutzt seit vielen Wochen eingelagert sind, beruht nicht auf eigenen Behauptungen, sondern im Kern auf der Auswertung der offiziellen Statistiken des RKI-Impfmonitoring und des staatlichen "Impfdashboard". Beginnen wir mit der aktuellen Impfquote aller Bundesländer.

%-Anteil der bisher geimpften Bevölkerung:
(Erstimpfung + Zweitimpfung = Summe)

16,9 %  Thüringen
16,7 %  Bremen
16,5 %  Saarland
15,8 %  Bayern

15,8 %  Rheinland-Pfalz
15,8 %  Berlin
15,4 %  Schleswig-Holstein
15,0 %  Hamburg

14,9 %  Hessen
14,9 %  Niedersachsen
14,8 %  Brandenburg
14,7 %  Baden-Württemberg

14,4 %  Sachsen-Anhalt
14,3 %  Sachsen
14,1 %  Mecklenburg-Vorpommern
13,7 %  Nordrhein-Westfalen

Umstellung der Statistik ab Ostern:
Da jetzt ab der Karwoche mehrere Bundesländer Sonderlieferungen für grenznahe Hochinzidenzgebiete bekommen, wäre die weitere Nutzung der Impfquote als Ländergleich nicht mehr gerecht. Ab dem Osterwochenende werden wir deshalb den Ländervergleich so definieren, dass wir deren Impfquote deren Lieferquote der Vorwoche gegenüberstellen.

     
  Leserkontakt
   
 Da bisher alle Bundesländer entsprechend dem Anteil von der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung beliefert wurden, können bisher alle immer die gleiche Impfquote erzielen. Die bisherigen Lieferungen reichen für eine addierte Impfquote von 18,8 %. Die realen Lieferanteile weichen in den einzelnen Bundesländern nur geringfügig ab.

Verimpft wurden bundesweit bisher 12.363.439 Dosen, was addiert aus Erst- und Zweitdosen und bezogen auf 83,2 Mio. Einwohner(innen) 14,9 % ergibt.

Nehmen wir aber den real möglichen Bestwert von derzeit 16,9 % aus der obigen Liste, hätten wir bezogen auf 83,2 Mio. Einwohner bereits 14.060.800 vergebene Impfungen - also 1,66 Mio. Impfungen mehr.

In den Vorwochen lag die Differenz bei maximal 1,2 Mio., ist also gestiegen, was aber auch am unterschiedlichen Fortschritt bei den AstraZeneca Impfungen liegt. Gerade die großen Bundesländer (außer Bayern) halten aber weiterhin über 1 Mio. Biontech- und Moderna-Impfdosen zurück.

17 Tage Zeitlücke von Lieferung zur Impfung

Per 9. März waren 12,5 Mio. Impfdosen ausgeliefert. Gestern waren 12,4 Mio. verimpft. Die Zeitlücke umfasst damit aktuell 17 Tage, wovon anteilig nur ca. 3 Tage auf den kurzen AstraZeneca-Impfstopp zurückgehen.
     
   
   
 Ursachen und kausale Todesfolgen

Erstmal gibt es natürlich eine unvermeidbare zeitliche Lücke, von der Auslieferung der Impfdosen an die Bundesländer bis zur Meldung als vollzogene Verimpfung. Aber beim wöchentlichen Arbeitsrhythmus der Impfzentren kann und muss jede Lieferung binnen 7-8 Tagen vollständig verimpft und am Folgetag in der Statistik wiederzufinden sein. Würden wir diese Daten bei derzeit ausgelieferten 15.654.795 Impfdosen einbeziehen, hätten wir bereits 18,8 % addierter Erst- und Zweitdosen. Fast 3,3 Mio. Impfdosen sind damit bundesweit ausgeliefert, aber unverimpft. In der Vorwoche waren es 3,5 Mio. Der enorme Impfstau ist damit diese Woche kaum verändert.

Ursache für die anfängliche Einlagerung der Impfdosen war die Angst vor ausbleibenden Folgelieferungen, die dann die Vergabe der Zweitdosis gefährdet hätte. Während einige Bundesländer fleißig geimpft haben, haben andere die Hälfte der Impfdosen eingelagert. Das denkbare Anfangsproblem ist aber längst abgehakt.

Seit Januar kommen alle Lieferungen zuverlässig, bei nur geringen Abweichungen gegenüber Planzahlen. Zudem steigen die wöchentlich erwarteten Liefermengen nahezu kontinuierlich, weshalb auch die Vergabe der Erstdosen gut wachsen kann, ohne die Zweitdosen zu vernachlässigen.

Es gibt folglich seit Mitte Januar keinen Grund mehr, auch nur geringe Mengen an Impfdosen einzulagern. Die oben berechnete Menge zurückgehaltener Impfdosen ist damit zugleich die Summe unterlassener Schutzmaßnahmen.

Ca. 1,6 Mio. zurückgehaltene Impfdosen reichen für Erstimpfungen an 2 % der Bevölkerung.

Diese Rückhaltung bezieht sich übrigens weitgehend auf die Impfdosden von Biontech, da Moderna bisher nur geringe Mengen geliefert hat. Die Lieferungen von AstraZeneca sind nicht Teil dieses Problems. Der anteilige Impfstau hierzu ist ein zusätzliches organisatorisches Problem, das die Bundesländer aber offenbar auch nur teilweise in den Griff bekommen.

Jemand der Mitte Januar geimpft worden wäre, würde sich z. B. im Februar nicht mehr anstecken, würde nicht erkranken und nicht jetzt im März versterben.

Bei letztens ca. 200 Toten pro Tag, wären 2 % mehr Geschützte rechnerisch 4 Tote weniger - täglich. Da aber nicht der Durchschnittsbürger ungeimpft blieb und noch bleibt, sondern die höchstgefährdeten "fulnerablen" Personen, liegt die vermeidbare Totenzahl um ein vielfaches höher. 10-fach höher wären täglich 40 vermeidbare Todesfälle. Genau kann man das weder vorab noch posthum berechnen, aber die Größenordnung ist logisch kausal, auch wenn man die Todesfälle einzeln kaum zuordnen kann.

Wer eine mögliche Hilfe bei Lebensgefahr für Dritte nicht gibt, macht sich in jedem Einzelfall wegen unterlassener Hilfe strafbar.

Gilt das nicht für Landesregierungen, die durch aktive Impf-Unterlassung summiert bereits hunderte, auf Sicht tausende vermeidbare Todesfälle verursachen?

Rolf Albrecht
     
   
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