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 Tödlich: 14 Bundesländer
haben 1,1 Mio. Impfdosen mit
Absicht ungenutzt auf Lager - Saarland totales Schlusslicht
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 Kommentar
Stand: 17. April 2021

Schon seit Beginn der Corona-Impfungen zum Jahreswechsel verfolgen wir die leider nur langsamen Fortschritte der Verimpfung. Dabei geht es hier aber nur um real mögliche Impfungen, die durch falsche Vorgaben, quer durch viele Bundesländer, unterlassen wurden und immer noch unterlassen werden.

Unsere Beweisführung, wie umfassend hier vorhandene Impfdosen mit vielfacher Todesfolge ungenutzt seit Januar eingelagert sind, beruht nicht auf eigenen Behauptungen, sondern im Kern auf der Auswertung der offiziellen Statistiken des RKI-Impfmonitoring und des staatlichen "Impfdashboard".

Beginnen wir mit der Übersicht der Bundesländer

mit dem wie folgt definierten Impfrückstand:
Erstimpfung + Zweitimpfung = Impfsumme
- gelieferte Mengen bis zur Vorwoche = Liefermenge
= Impfrückstand in % x Einwohner (Mio.) = Lagerbestand aus der vorletzten Woche (oder älter)
Länder-Ranking: Platz der Vorwochen > Platz neu


2 Bundesländer ohne Impfrückstand:

+ 1,9 % x   0,7 =   13.300*  Bremen 1>1>1
+ 0,1 % x   3,7 =     3.700*  Berlin 4>2>2
(* bereits verimpft aus den Lieferungen dieser Woche)

14 Bundesländer mit Impfrückstand:

- 0,5 % x 17,9 =   -89.500  Nordrhein-Westfalen 15>6>3
- 0,8 % x   2,5 =   -20.000  Brandenburg 7>3>4
- 0,9 % x   2,9 =   -26.100  Schleswig-Holstein 5>4>5
- 0,9 % x   2.1 =   -18.900  Thüringen 2>5>6

- 1,1 % x   2,2 =   -24.200  Sachsen-Anhalt 10>11>7
- 1,2 % x 13,1 = -157.200  Bayern 6>7>8
- 1,5 % x   1,6 =   -24.000  Meckl.-Vorpomm. 16>14>9

- 1,8 % x   1,8 =   -32.400  Hamburg 12>8>10
- 1,8 % x   8,0 = -144.000  Niedersachsen 8>9>11
- 1,9 % x 11,1 = -210.900  Baden-Württemb. 13>10>12
- 1,9 % x   4,1 =   -77.900  Rheinland-Pfalz 9>12>13

- 2,3 % x   6,3 = -144.900  Hessen 11>13>14
- 2,9 % x   4,1 = -118.900  Sachsen 14>15>15
- 6,3 % x   1,0 =   -63.000  Saarland 3>16>16

Damit lagen bundesweit in der Vorwochen 1.503.300 dann 2.126.900 und nun 1.151.900 Impfdosen im wörtlichsten Sinn ungenutzt auf Eis. Fast 1,2 Mio. Mitbürger(innen) mehr könnten schon erstgeimpft sein.

Und wären alle Bundesländer so voran wie Bremen, wären es 3,3 % mehr Impfquote = +2,7 Mio. Erstgeimpfte.
     
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 In der Vorwoche wurden 2,75 Mio. Impfdosen an die Bundesländer ausgeliefert. Die bisherigen Lieferungen von damit 22.444.875 Impfdosen reichen für eine addierte Impfquote von 27 %. Die realen Lieferanteile weichen in den einzelnen Bundesländern meist geringfügig (im Einzelfall mehr) ab, was die obige Tabelle berücksichtigt.

Verimpft wurden bundesweit bisher 21.332.342 Impfdosen (+3,75 Mio. gegenüber Vorwoche), was addiert aus Erst- und Zweitdosen und bezogen auf 83,2 Mio. Einwohner(innen) 25,6 % ergibt.

Die Differenz von 1,4 % entspricht dem ermittelten Impfrückstand von 1,2 Mio. Impfdosen, weniger als in der Vorwoche, aber ähnlich schlecht wie im März.

Ursachen und kausale Todesfolgen

Erstmal gibt es natürlich eine unvermeidbare zeitliche Lücke, von der Auslieferung der Impfdosen an die Bundesländer bis zur Meldung als vollzogene Verimpfung. Aber beim wöchentlichen Arbeitsrhythmus der Impfzentren kann und muss jede Lieferung binnen 7-8 Tagen vollständig verimpft und am Folgetag in der Statistik wiederzufinden sein. Deshalb beruht der Vergleich auch auf den Liefermengen der Vorwoche.

Ursache für die anfängliche Einlagerung der Impfdosen war die Angst vor ausbleibenden Folgelieferungen, die dann die Vergabe der Zweitdosis gefährdet hätte. Während einige Bundesländer fleißig geimpft haben, haben andere die Hälfte der Impfdosen eingelagert. Das denkbare Anfangsproblem ist aber seit Mitte Januar abgehakt. Seitdem geht es nur um die Unsicherheiten der Lieferzunahmen, die auf diese Bewertung keinen Einfluss haben.

Seit Januar kommen alle Lieferungen zuverlässig, bei nur geringen Abweichungen gegenüber Planzahlen. Zudem steigen die wöchentlich erwarteten Liefermengen nahezu kontinuierlich, weshalb auch die Vergabe der Erstdosen gut wachsen kann, ohne die Zweitdosen zu vernachlässigen.

Es gibt folglich seit Mitte Januar keinen Grund mehr, auch nur geringe Mengen an Impfdosen einzulagern. Die oben berechnete Menge zurückgehaltener Impfdosen ist damit zugleich die Summe unterlassener Schutzmaßnahmen.

Jemand der seit Mitte Januar geimpft worden wäre, würde sich z. B. im Februar/März nicht mehr anstecken, würde nicht erkranken und nicht jetzt im März/April versterben.

Bei wieder über 200 Toten pro Tag, wären 1,4 % mehr Geschützte rechnerisch 3 Tote weniger - täglich. Da aber nicht der Durchschnittsbürger ungeimpft blieb und noch bleibt, sondern die hochgefährdeten "fulnerablen" Personen, liegt die vermeidbare Totenzahl um ein vielfaches höher. Nur 5-fach höher wären täglich 15 vermeidbare Todesfälle. Genau kann man das weder vorab noch posthum berechnen, aber die Größenordnung ist logisch kausal, auch wenn man die Todesfälle einzeln kaum zuordnen kann.

Wer eine mögliche Hilfe bei Lebensgefahr für Dritte nicht gibt, macht sich in jedem Einzelfall wegen unterlassener Hilfe strafbar.

Gilt das nicht für Landesregierungen, die durch aktive Impf-Unterlassung summiert bereits wohl über Tausend vermeidbare Todesfälle verursacht haben?

Rolf Albrecht

Erläuterungen zum Wochenvergleich:

Gegenüber der Vorwoche hat das Impftempo eigentlich erfreulich zugenommen. Aber es ist einigen Bundesländern nicht gelungen, die erhöhten Lieferungen zu verimpfen - weil zum Start die Hausarztpraxen zu wenig Impfdosen bekommen haben.

Besonders NRW konnte den Impfrückstand deutlich verringern. Und Bremen, gefolgt von Berlin haben ihre Spitzenplätze voll behauptet.

Krass ist der Ranking-Absturz des Saarlandes von Platz 3 zum Schlusslicht auf Platz 16 mit über vierfach höherem Impfrückstand gegenüber dem Durchschnitt. Faktisch hat das Saarland damit die Sonderlieferung seit über 2 Wochen kaum verimpft. Der gewollt höhere Impfschutz gegenüber der sehr hohen Inzidenz in Frankreich, mit vielen Grenzpendlern, ist damit immer noch vereitelt.
     
   
   
 Den Vorläufer dieses Kommentars vom 1. Quartal 2021 können Sie unter folgenden Direktlink nachlesen:

https://www.ed-pro.de/artikel.php?id=8995

     
   
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