Wir benutzen nur Cookies, die für die Funktionalität der Webseiten erforderlich sind. Weitere Informationen zu Cookies finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Fachwissen für den professionellen Leser Edition Professionell www.ed-pro.de
Startseite Übersicht Leserbereich Kontakt per E-Mail Datenschutz Impressum
 Alleinerziehende Beschäftigte sind doppelt gefordert
    zurück blättern  
   
 In etwa jeder fünften Familie mit minderjährigen Kindern in Deutschland gibt es ein alleinerziehendes Elternteil. Davon ist fast jede dritte dieser Ein-Eltern-Familien armutsgefährdet. Ein neues Faktenblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) betrachtet auf der Datengrundlage der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 die berufliche und gesundheitliche Situation alleinerziehender Erwerbstätiger.

Die baua: Fakten „Doppelt gefordert: alleinerziehende Erwerbstätige“ zeigt, dass alleinerziehende Eltern häufiger über berufliche und finanzielle Unsicherheiten berichten sowie über eine schlechtere gesundheitliche Situation als andere Erwerbstätige mit oder ohne minderjährige Kinder im Haushalt.

Kinder großzuziehen und zugleich allein den Lebensunterhalt für die Familie zu sichern, bringt viele alleinerziehende Erwerbstätige in eine schwierige Lage. Die Analyse der Daten aus der Erwerbstätigenbefragung zeigt, dass sie am häufigsten in den Bereichen Alten- und Krankenpflege, Erziehung und Verkauf tätig sind.

Häufiger als andere Eltern oder Erwerbstätige ohne minderjährige Kinder im Haushalt arbeiten Alleinerziehende in Teilzeit oder mit einem befristeten Vertrag. Dabei ist der Anteil der befristet Beschäftigten bei den Alleinerziehenden im Vergleich zu Erwerbstätigen in Zwei-Eltern-Familien mehr als doppelt so hoch. Fast ein Drittel der alleinerziehenden Beschäftigten (29,6 %) gibt einen Bruttoverdienst von unter 1.500 € an. Zudem müssen sie berufliche und private Einschnitte hinnehmen.

Die Lebenssituation der alleinerziehenden Erwerbstätigen schlägt sich auch in gesundheitlichen Beschwerden nieder. Sie berichten häufiger über bestimmte psychosomatische Beschwerden als andere Beschäftigte. So leidet über die Hälfte der alleinerziehenden Erwerbstätigen (55,8 %) unter allgemeiner Müdigkeit und Mattigkeit. Auch Kopfschmerzen (43,4 %) und emotionale Erschöpfung (35,2 %) nennen sie öfter als andere Befragte.

Angesichts der schwierigen Situation sollten Führungskräfte Alleinerziehende unterstützen, indem sie beispielsweise Maßnahmen ergreifen, um Familie und Beruf bestmöglich zu vereinbaren. Auch eine Teilnahme des Unternehmens am audit berufundfamilie kann helfen, um vorhandene Maßnahmen für familienfreundliche Arbeit zu bewerten und weiterzuentwickeln. Alleinerziehenden wird ein bewusster Umgang mit der eigenen Gesundheit geraten. Dazu gehören auch erholsame Auszeiten im Alltag.

baua: Fakten Doppelt gefordert: alleinerziehende Erwerbstätige gibt es im PDF-Format unter www.baua.de/dok/8841306.
     
  Leserkontakt
  zurück blätternSeitenanfang