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 Corona-Kurzkommentare
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 21. September 2021:
Wunschziel "Freedom Day": Freiheit, mit einem Ende aller Corona-Auflagen - wer will das nicht? Aber der Traum von einem zeitnah fixem Datum musste platzen, aufgrund der unzureichenden Impfquote. Für die persönliche Freiheit gibt es über den Herbst nur eine Formel:
Erstimpfung + 4 Wochen + Zweitimpfung + 2 Wochen
= Vollschutz nach 6 Wochen - selbstbestimmt! alb

20. September 2021:
Die massiv in den Medien zelebrierte Aktionswoche hat leider keinen Durchbruch gebracht. Vom 13.-19. September wurden ca. 1,3 Mio. Impfdosen verimpft - kaum mehr als in den schwächelnden Vorwochen. Einige lokale Aktionen waren gut frequentiert, aber eben leider längst nicht überall. alb

16. September 2021:
Seit der Vorwoche sind die Inzidenzzahlen stabil und auch die Hospitalisierung sieht auf den ersten Blick unkritisch aus. Dabei hatten wir binnen einer Woche 415 Corona-Tote. Die reine Hospitalisierung weist eben nicht aus, ob Patient*innen die Klinik als genesen oder verstorben verlassen. Daneben gibt es regional bereits wieder überlastete Intensivstationen, weshalb dort planbare Operationen verschoben werden. alb

11. September 2021:
Jetzt liegt sie vor, die klare Impfempfehlung auch für Schwangere und Stillende. Und die Meldungen verdichten sich, dass im Herbst auch eine Impfzulassung für Kinder von 5-11 Jahren erwartbar ist. Das sind wichtige Chancen, der Pandemie schon in den nächsten Monaten noch umfassender begegnen zu können. alb

9. September 2021:
Wir haben beim RKI nachgefragt, ob die u.g. Zahlen nicht nur in Hessen sondern bundesweit vorliegen und absehbar veröffentlicht werden. Das wurde heute von der Pressestelle des RKI negativ beantwortet, weil es offenbar nur in einzelnen Bundesländern erfasst wird. Da die Pandemie überall die gleiche Schadens-Charakteristik hat, nehmen wir die Zahlen aus Hessen als wahrscheinlich repräsentatives Beispiel. alb

6. September 2021:
Ungeimpfte mit 28-fach höherer Inzidenz: Hessen weist seit heute die täglichen Inzidenzzahlen auch getrennt aus. Zur Einführung hatten in Hessen Geimpfte ab 12 Jahren eine inzidenz von 9,7, hingegen die Ungeimpften 272,3 - also gut das 28-fache Risiko. Dem Beispiel sollten alle Landkreise, Bundesländer und das RKI folgen, als tägliche Dokumentation, dass wir eben inzwischen eine Pandemie der Ungeimpften haben. alb

3. September 2021:
Zum Kommentar von vorgestern gibt es eine positive Entwicklung: Heute wurde beschlossen, dass Arbeitgebern in den Bereichen Pflege, Schulen, Kitas der Impfstatus der Beschäftigen offengelegt wird. Alle anderen Branchen bleiben damit vorerst auf der unbefriedigenden Rechtslage hängen. alb

1. September 2021:
Die heute beschlossene Anpassung der Arbeitsschutzverordnung können Arbeitgeber ohne Zugriff auf den Impfstatus der Beschäftigten nicht wirtschaftlich umsetzen. Wie soll Ansprache und Motivation zur Impfung stattfinden, wenn man nicht mal wissen darf, wer noch ungeimpft ist? Warum soll man die ganze Belgschaft mit viel Aufwand zweimal wöchentlich testen, wenn bei der großen Mehrheit der Geimpften kaum ein Restrisiko ist? Das akute Drama der Pandemie ist für mich Grund genug, den Impfstatus temporär aus dem Datenschutz-Vorrang auszunehmen, um die Belegschaft insgesamt besser schützen zu können. Es ist ja nicht so, dass damit gleich die ganze Krankenakte preiszugeben ist. alb

30. August 2021:
Heute ist eine zeitliche Wende für die Verantwortung absichtlich Ungeimpfter, in doppelter Hinsicht: Ab der Erstimpfung folgen 4 Wochen bis zur Zweitimpfung und weitere 2 Wochen bis zum voll wirksamen Impfschutz. Da seit Mitte Juli, also seit über 6 Wochen, fast überall freie Impfkapazitäten ungenutzt blieben, gibt es keine Ausreden mehr, jetzt Ende August nicht voll geschützt zu sein. Und in 6 Wochen, am 11. Oktober, werden Tests kostenpflichtig, was jeden trifft, der ab heute nicht mindestens die Erstimpfung hat. Trotzdem steigt die Impfquote wöchentlich nur um 1 %, was fortgeschrieben die bereits mögliche "Herdenimmunität" über Monate verzögert. alb

29. August 2021:
Bereits wieder über 1.000 Corona-Patienten sind auf deutschen Intensivstationen (nach nur 354 am 22. Juli). Rund 5000 Fälle benennt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) als Belastungsgrenze der Kliniken, wobei schon planbare Operationen verschoben werden müssen. Von der gemeldeten Infektion zur Einweisung dorthin vergehen ca. 10 Tage. Da sich die Inzidenz gegenüber vorletzter Woche verdoppelt hat, werden wir übernächste Woche wohl 2.000 Intensiv-Patient(inn)en haben. Derzeit liegt die Inzidenz bei 75, wenn davon 2.000 Intensivfälle folgen, sind es bei einer 150er-Inzidenz 4.000. Und wieviele Landkreise bereits jenseits der 150er-Inzidenz liegen, kann man sich täglich auf den Corona-Landkarten ansehen. alb

28. August 2021:
Hamburg hat als erstes Bundesland die 2-G-Regel eingeführt. Damit können alle Veranstalter und die Gastronomie sich per Option festlegen, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen. Mit und ohne Test bleibt man draußen. Mit seit Wochen steigender Inzidenz ist naheliegend, dass nicht wenige Anbieter die Option wählen, auch um dem drohenden Szenario des nächsten Lockdowns zu entgehen. Auch im Rest der Republik mehren sich die Stimmen pro 2-G - zumal seit 6 Wochen fast überall freie Impfkapazitäten bestanden, die jeder hätte nutzen können. alb

26. August 2021:
Laut tagesschau-App will Minister Spahn eine Reserve von 80 Mio. Corona-Impfdosen anlegen, sozusagen pro Bewohner 1 Dose. Das ist nicht nur sinnlos, sondern tödlich für Mitmenschen in ärmeren Ländern, wo noch viel mehr Impfstoff fehlt. Selbst wenn die weltweite Versorgung nächstes Jahr durch erhöhte Produktionskapazitäten abgesichert ist, macht es nur Sinn für wenige Monate einen Puffervorrat zu haben, der revolvierend verimpft wird und stets an mögliche Mutationen angepasst ist. Schon jetzt haben wir im Land Produktionskapazitäten, die für ganz Europa reichen. Da ist eine Angst-Reserve reine Verschwendung. alb

23. August 2021:
Laut Gesundheitsminister Spahn ist die Schwelle von 50 in der 7-Tage-Inzidenz nicht mehr relevant und soll aus dem Infektionsschutzgesetz verschwinden - zu gunsten von einer Hospitalisierungsrate als neuem Maßstab. Das kann man zwar machen, bekommt aber eine für die Öffentlichkeit schwer vermittelbare Größe. Zudem bleibt die Inzidenz der beste Frühwarnwert. Wie wäre es, wenn man die Inzidenz mit der Impfquote umrechnet? Multiplikator könnte ganz einfach der Anteil Ungeimpfter sein: Das wären bei 50 % eine Verdopplung der Inzidenz (50 : 0,5) auf 100 bei 25 % Ungeimpfter (50 : 0,25) das 4-fache, also 200. Jedes Bundesland kann dann an der täglichen Impfquote den Grenzwert ablesen. Heute wären es für Bremen bei 64,2 % (50 : 0,358) eine zulässige Inzidenz von 140. Sachsen mit nur 48,6 % Vollimpfquote (50 : 0,514) hätte einen Inzidenzgrenzwert von 97. Eine Motivation, die Impfquote hochzubringen wäre gleich integriert und den Wert könnte jeder nachrechnen. alb

21. August 2021:
Die 4. Corona-Welle rollt an. Was im Juli langsam losging, nimmt nun Fahrt auf: Bundesweite Inzidienz schon bei 50 und in einigen Landkreisen bereits jenseits der 100. Die Unvorsicht vieler Ungeimpfter gibt künftigen Mutationen neuen Raum und bereits im September werden nach steigenden Krankenhauseinweisungen auch wieder die täglichen Todeszahlen hochgehen. alb

17. August 2021:
Experten der US-Regierung gehen nach derzeitigen Erkenntnissen davon aus, dass Drittimpfungen nach 8 Monaten angeraten sind. Wenn sich das so bewahrheitet, benötigen wir künftig jährlich 1,5 Impfungen pro Person. Mit Blick auf die Weltbevölkerung entspricht das einer benötigten jährlichen Weltproduktion von ca. 10. Mrd. Impfdosen. alb

16. August 2021:
Die gründlichen Datenauswertungen der Stiko haben nun auch für Impfungen der Jugendlichen von 12-17 Jahren die lang ersehnte Empfehlung ermöglicht. Mit genug Impfwillen können wir damit der Pandemie wieder einen großen Schritt entgegentreten. Wichtig ist das auch für die meisten Betriebe, weil nun durchgängig Auszubildende und junge Berufsanfänger geimpft sein können. alb

14. August 2021:
11.000 Impfdurchbrüche seit Februar meldete heute das RKI. Klingt viel, ist aber sehr wenig: Bezogen auf die Summe der vorletzte Woche 44 Mio.Vollgeimpften  ist das ein Impfdurchbruch auf 4.000 gesund gebliebene Geimpfte. Erfolgsvrhältnis 1:3.999. Gut, die Zahlen sind gerundet, aber besser als alle Erwartungen. Obendrein betreffen die meisten Impfdurchbrüche durch Alter und Immunschwächen mit verursachten Erkrankungen. alb

12. August 2021:
Gestern hatte das RKI zu einer eigenen Umfrage gemeldet, die 19-59-Jährigen würden zu 79 % angeben, bereits eine Impfung zu haben, obwohl laut Impfmeldungen es erst 59 % sind. Eine gigantische Differenz für die Beurteilung der Pandemielage. Unsere Rückfragen hat das RKI nur partiell beantwortet. Aber das Ergebnis ist eindeutig: Die Umfrage ist nicht ansatzweise repräsentativ, weil (vereinfacht gesagt) z. B. fast nur Impfwillige mit guten Deutschkenntnissen befragt wurden. Die Umfrage ist damit wertlos und stiftet nur Verwirrung. Obendrein soll es Defizite geben, dass Betriebsärzte  viele Impfungen nicht oder nur verzögert melden. Da alle impfstoffe nur über Bund und Bundesländer verteilt werden, sollte man einfach bei allen Impfzentren und Ärzten Inventurdaten abfragen - dann hat man jederzeit valide Ist-Zahlen, mit denen die Lage objektiv zu beurteilen ist. alb

10. August 2021:
Es ist beschlossen!
Schnelltests werden ab 11. Oktober kostenpflichtig. Handlungsbedarf haben bisher Ungeimpfte damit volle 6 Wochen früher:
Den Vollschutz per 11. Oktober hat nur, wer bis 27. September die zweite Impfdosis bekommen hat. Und dazu muss 4 Wochen früher die Erstimpfung erledigt sein. Letzter "Stich"-tag für die Kostenvermeidung ist damit bereits der 30. August. alb

7. August 2021:
Überteuerte Coronatests sind schon seit Verfügbarkeit der PCR-Tests ein Problem. Selbst Krankenkassen haben den Laboren Preise bezahlt, die deutlich über den Kosten liegen. Je Test fallen im Labor nur jeweils wenige Euro für Sachkosten, Auswertung, Dokumentation und Ergebnismeldung an. Abstrich und Transport zum Labor kosten auch nur wenige Euro je Test. Aber statt realisierbarer 20-40 € gibt es Preise bis jenseits von 100 €. Das muss im öffentlichen Interesse gedeckelt werden. Der Aufwand für Schnelltests ist nicht mal halb so hoch, müsste also für 10-15 € zu haben sein. Auch hier muss eine faire Preisobergrenze feststehen, bevor Ungeimpfte in die Kostenpflicht kommen. alb

6. August 2021:
Impfstoffspende an arme Länder, statt Drittimpfungen in reichen Staaten - so lautet der humanitäre Appell der Weltgesundheitsorganisation WHO. Realistisch ist diese Forderung nicht. Für die große Mehrheit der Impfwilligen Menschen und deren Regierungen sind Impfstoffe wie Rettungsringe: Man gibt sie gern und sofort - aber in der Pandemie als virale Seenot eben nur die Überzahl, die man nicht für sich, Familie und Freunde benötigt. Die einzige Lösung ist der längst laufende Aufbau einer weltweiten Produktionskapazität für alle Weltbürger*innen, für sämtliche Erst- und alle nötigen Folgeimpfungen. Dieses Jahr wird das noch nicht gelingen. Aber für 2022 bin ich optimistisch. alb

6. August 2021:
Durch mangelhafte Lagerhaltung bei einigen Bundesländern, z. T. auch in deren Impfzentren, wurden offenbar zehntausende Impfdosen nicht rechtzeitig an den Bund zurückgegeben, um von dort für die Covax-Initiative an Entwicklungsländer gespendet zu werden. Seit Februar haben wir dieses absurde Einlagern massiv kritisiert, weil Impfwilligen Schutz vorenthalten wurde. Nun werden überlagerte Impfdosen vernichtet. Was in kleinen Einzelfällen passieren kann, ist in der inzwischen bekannten Größenordnung nicht duldbar. alb

5. August 2021:
Von einzelnen Politikern und Verbänden wird kritisiert, man müsse die kostenfreien Coronatests beibehalten, weil es auch Nicht-Impffähige gebe und die Kosten sozial Benachteiligen nicht zumutbar sind. Die Kritik geht am Thema vorbei: Wer geundheitsbedingt nicht impffähig ist, wird das per ärztlichen Attest begründet belegen können und folglich kostenbefreit bleiben. Das bleibt gewollte Solidarität. Aber was hindert selbst die Ärmsten an der kostenlosen Impfung? Nur der eigene riskante Mutwillen? alb

4. August 2021:
Laut Bundesgesundheitsminister Spahn sollen die öffentlichen Corona-Schnelltests ab Mitte Oktober für Ungeimpfte nicht mehr kostenfrei sein, da bis dahin jeder Impfwillige vollen Impfschutz haben kann. Das ist grundsätzlich zu befürworten, da es nicht vertretbar ist, dass die geimpfte Mehrheit dafür als Steuerzahler herhält, die vermeidbaren Kosten einer impfunwilligen Minderheit zu subventionieren. Ich würde die Kostenpflicht aber schon Anfang September einführen und zugleich Erstgeimpfte im September davon befreien, ebenso Vollgeimpfte bis zur vollen Impfwirkung. Effizient wäre es, vielerorts gleich im Testzentrum die Impfung direkt anzubieten. Millionen Impfdosen sind ja bereits fast überall frei verfügbar. alb
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die nebenstehenden Tageskommentare sind in unserem Fachleserportal eine bisher nicht genutzte Form für kommentierte Nachrichten, die einfach chronologisch fortgeschrieben wird, mit sinnvollen Hinweisen, Lob und Tadel. Soweit mit "alb" gekennzeichnet, stammen die Kommentare von Chefredakteur Rolf Albrecht.
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