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 Sichere Aufbereitung
der Feuerwehrausrüstung
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 Bei Feuerwehreinsätzen besteht für Einsatzkräfte grundsätzlich die Gefahr, mit gesundheitsschädlichen Stoffen in Berührung zu kommen – nicht nur durch den direkten Kontakt oder das Einatmen, sondern auch indirekt durch kontaminierte Schutzkleidung. Dabei ist die Kontaminierung oft unsichtbar.

Die Gefahr durch kontaminierte Schutzausrüstung ist für das Werkstattpersonal noch größer, da diese nicht wie die Einsatzkräfte durch Persönliche Schutzausrüstung (PSA) geschützt sind.


Maßnahmen, wie eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung (Eine Trennung von verschmutzter Einsatzkleidung sowie Privatkleidung durch bauliche und organisatorische Maßnahmen) im Feuerwehrhaus, tragen dazu bei, die Gefahr einer Verschleppung von schädlichen Stoffen zu verhindern. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie liegt zudem ein Fokus auf dem Schutz vor bakteriellen und viralen Infektionen.

Die Gestaltung und die Reinigungsmöglichkeiten der PSA können Feuerwehrleute maßgeblich dabei unterstützen, sich vor schädlichen Stoffen sowie Bakterien und Viren zu schützen und sollten von der Produktentwicklung an berücksichtigt werden.

Vanessa Truberg ist Produktmanagerin im Bereich Feuerwehr und Behörden bei Dräger und Expertin für Aufbereitung und Aufbereitungsprozesse. Sie erklärt, welche Rolle diese bei den neuen Feuerwehrprodukten von Dräger spielen:

Was bedeutet Hygiene für die Feuerwehr und worauf muss diese achten?

Vanessa Truberg: Unter Hygiene wird die Verhütung von Krankheiten und die Erhaltung der Gesundheit verstanden. Das ist durch einzelne Maßnahmen schwer zu erreichen. Es muss der ganze Prozess betrachtet werden und die Maßnahmen müssen ineinandergreifen.

So ist es wichtig, bereits an der Einsatzstelle darauf zu achten, dass die Atemschutzgeräteträger sich möglichst sicher auskleiden, Gesicht, Hals und Hände reinigen und die kontaminierte Schutzausrüstung sicher und getrennt in die Atemschutzwerkstatt transportiert wird.

In der Atemschutzwerkstatt sollte dann entsprechende PSA getragen werden, um die Schutzausrüstung sicher in Empfang zu nehmen. Durch eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung kann eine Kontaminationsverschleppung vermieden werden und prozesssichere Aufbereitungssysteme sorgen dann für optimale Ergebnisse, sodass sich die Atemschutzgeräteträger auch beim nächsten Einsatz auf ihre PSA verlassen können.

Wie können Hersteller Einsatzkräfte dabei unterstützen, konsequent auf eine gute Hygiene bei ihrer Schutzausrüstung für den Brandeinsatz zu achten?

Vanessa Truberg: Unterstützung wird im gesamten Prozess benötigt. Wir müssen Ideen und Produkte bereitstellen, um die Einsatzhygiene zu unterstützen, z. B. das Safety-Bag (Hygiene-Set für die Feuerwehr). Dies beinhaltet eine FFP2-Maske, Handschuhe und ein Reinigungstuch zur Unterstützung beim sicheren Auskleiden sowie Säcke zum Verpacken von kontaminierter Schutzausrüstung.

Ebenso wichtig sind die Planung von modernen Atemschutzwerkstätten, die gesundes Arbeiten und Vermeidung von Kontaminationsverschleppung möglich machen und natürlich die Herstellung von ergonomischer und für die Aufbereitung optimierter PSA.

Welche Aspekte werden bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigt, um eine einfache Aufbereitung der Produkte zu ermöglichen?

Vanessa Truberg: Die Auswahl der richtigen Materialien spielt hier eine entscheidende Rolle. So sollten diese z. B. kein oder nur sehr wenig Schmutz und Wasser absorbieren. Sie sollten für die maschinelle Aufbereitung geeignet sein und schnell trocknen. Ebenfalls sehr wichtig ist die Geometrie der Produkte. Es sollten also möglichst keine Aufkantungen oder Vertiefungen bestehen, in denen sich Schmutz absetzen kann und aus denen Wasser schlecht abläuft.

Worauf wurde bei den neuen Produkten, wie dem Dräger PSS AirBoss, hinsichtlich der Hygiene besonders viel Wert gelegt?

Vanessa Truberg: Vor allem darauf, dass die Produkte auch optimal in verschiedenen Maschinen aufbereitet werden können. Und eben genau auf die genannten Punkte, dass die Materialien und auch die Geometrie eine schnelle und einfache Aufbereitung begünstigen.

Welche Rolle spielt die maschinelle Aufbereitung und wie unterstützt Dräger diese?

Vanessa Truberg: Die maschinelle Aufbereitung wird immer wichtiger. Das liegt vor allem an den folgenden Punkten:

Prozesssicherheit: Bei der maschinellen Reinigung sind die auf das zu reinigende Produkt angepassten Parameter fix festgelegt. Bei der manuellen
Reinigung hingegen können diese vom Idealmaß leicht abweichen – etwa dadurch, dass die Reinigungskraft die ideale Standzeit durch ein unvorhergesehenes Ereignis nicht einhalten kann.

Höherer Gesundheitsschutz: Die Gerätewarte haben während des Reinigungsvorgangs keinen Kontakt mit der kontaminierten Ausrüstung oder den Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.

Größere Effizienz: Da die Ausrüstung schneller wieder verfügbar ist, ist der Bedarf an Bestandsgeräten niedriger.

Niedrigerer Personaleinsatz: Während der Gerätewart bei manueller Reinigung entweder direkt mit der Reinigung beschäftigt oder an die Räumlichkeiten gebunden ist, genügt bei der maschinellen Reinigung ein Knopfdruck, nach dem die Maschine die unterschiedlichen Reinigungsphasen autonom ablaufen lässt.

Kostenersparnis: Im Vergleich zur manuellen Reinigung verbraucht die maschinelle weniger Wasser und ist auf Dauer kostengünstiger. Dräger bietet neben den passenden Maschinen auch ein umfassendes Beratungsangebot für Kunden darüber, welche Maschine und welche Prozessabläufe sich beim ihnen am besten integrieren lassen.
   
   
 
 
 
 
 
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Manuelle Reinigung des PSS AirBoss Pressluftatmers.
(Bild: Dräger)
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