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 Krieg & Schande
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 Editorial August 2022
     
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 Der sich seit Jahrzehnten anbahnende Klimawandel eskaliert inzwischen in einer Dauerserie von Naturkatastrophen mit Hitze, Dürren, Stürmen, Hochwassern, Artensterben - und alle Wissen, dass es erst der Anfang ist, wir das Desaster nur mit weltweitem Gegensteuern begrenzen können.

Obendrein sind wir im dritten Jahr einer Pandemie, die ebenfalls viel Kraft und Engagement kostet.

Was reitet in einer solchen Weltlage Herrn Putin, ein erträumtes Großrussland selbst durch einen gnadenlosen Angriffskrieg gegen den nachbarn Ukraine in Szene setzen zu wollen? Waren wir nicht sicher, Hitler und Stalin waren die letzte Generation großer europäischer Diktatoren? Je größer der Irrtum, je bitterer das Erwachen, das tausende Ukrainer bereits mit dem Leben bezahlt haben.

Die übelste Rolle in Deutschland gebührt Gerhard Schröder, der sich als Ex-Kanzler nie so als Lobbyist hätte verkaufen dürfen - und selbst heute ohne Reue an der Seite eines Kriegsverbrechers und Massenmörders bleibt.

In ostalgischer Naivität haben quer durchs Land Rechte und Linke Putin hofiert - und hecheln teils immer noch nach billiger fossiler Energie. Jeden Tag fragt man sich, ob man erst kotzen muss oder zuerst vor Fremdscham im Boden versinken will.

Viele EU-Länder beginnen, Russen keine Touristenvisa mehr auszustellen und wollen das in der EU durchsetzen. Ist das "russophob"? Nein, denn der ausgeübte Krieg funktioniert nur durch die Mitwirkung großer Teile der russischen Bevölkerung, unterstützt von vielen, die nicht an der Front kämpfen, sondern als "brave" Zivilisten im verschmähten Westen schick Urlaub machen, während täglich Ukrainer ermordet werden. Statt um Urlaub sollten sich diese Russ*innen jetzt um Frieden und Demokratie kümmern, wobei Verfolgte dann Asyl erwarten dürfen.

Wenn der Winter kalt wird, wird es eng mit den Gasvorräten, das wissen wir seit Monaten. Aber wir reden nur darüber, z. B. den Wärmekomfort um ein paar °C zu reduzieren und gasintensive Betriebe ggf ein paar Wochen in Kurzarbeit zu schicken. Ukrainer*innen wären froh, nur solche Probleme zu haben, müssen im ständig drohenden Angriffsfeuer teils ganz auf heile Wohnungen verzichten, ohne Heizung und Trinkwasserleitung auskommen.

Den hohen Preis, den wir jetzt und in nächster Zeit durch Energiepreise und resultierender Inflation zahlen müssen, sollte die Mehrheit der zahlungsfähigen Gesellschaft mit Demut tragen. Viel mehr als den wirklich Bedürftigen kann der Staat nicht den Schaden begrenzen.

Rolf Albrecht
     
   
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