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Regenwassernutzung - schon beim Neubau voll mitbedacht
Der Dürresommer 2026 war keine Wetterfrage sondern ein erwartbares Ergebnis aus Klimawandel und sorgloser Überbeanspruchung der Grundwasserreserven.
Der Neubau von Edition Professionell (Rohbau 2006; Einzug 2007; Bauberichte weiterhin online) hat die systematische Regenwassernutzung von Anfang an eingeplant und vollumfänglich umgesetzt. Neben der energetischen Teilautarkie durch den Einbau einer großen Solarthermieanlage, ergänzt um Restwärme aus heimischen Holz, war Wasser ein Schwerpunkt des zukunftsorientierten Bauvorhabens für die komplette Wohn- und Büronutzung.
Durch die Hanglage im Schwarzwald liegt schon der Keller samt Doppelgarage höher als die Straße, weshalb die Einfahrt in den öffentlichen Kanal entwässert. Das sind ca. 40 m² und damit nur 1 % des Grundstücks.
Die ums Haus gelegenen Pflasterwege und Terrassenflächen entwässern in die natürliche Vegetation zur direkten Versickerung, teils mit Rasengittersteinen.
Das komplette Satteldach mit einer Horizontalfläche von 150 m² entwässert beidseitig in einen 6 m³ großen Regenwassertank, der hinter einer Hangstützwand eingegraben wurde. Der Überlauf geht in ebenso vergrabene Sickerrigolen mit 8 m³ Speicherkapazität. Das reicht selbst für wiederkehrende Starkregen und macht einen Anschluss an die Kanalisation überflüssig.
Die nahezu wartungsfreie Regenwasserstation im Keller versorgt per Pumpe alle für Regenwasser geeigneten Verwendungen, von Waschmaschinenanschlüssen über die Toilettenspülungen bis zur Gartenbewässerung. Mit amtlichen Wasserzähler wird die Menge erfasst, da die Gemeinde hierfür natürlich Abwassergebühr erhebt, getrennt vom Zähler für Trinkwasser.
Für Terrasse und Garten stehen zwei selbstentlüftende, frostsichere Außenarmaturen zur Verfügung, je nach Verwendung für Trink- und Regenwasser. (Bild: Edition Professionell)
Ein rechenbarer Gewinn lässt sich durch die eingesparten Trinkwasserkosten natürlich kaum erzielen, aber mit Blick auf den Klimawandel gibt es drei wesentliche Faktoren, warum Regenwassernutzung in Millionen von Gebäuden zum notwendigen Thema wird:
• In Dürrephasen ist man unabhängig und kann selbst dann noch Notwendiges bewässern, wenn die Kommune bereits hierfür die Trinkwassernutzung untersagt. • In Dürrephasen entlastet jedes Gebäude mit Regenwassernutzung die kommunalen Quellen, schont das knapper werdende Grundwasser und verlängert die überbrückbare regenfreie Zeit. • Umgekehrt entlastet das aufgenommene Regenwasser bei Starkregen die Abwasserrohre und mindert das Risiko lokaler Überschwemmungen. Im großen Stil können dezentrale Wasserspeicher rechnerisch ganze Stauseen ersetzen. alb